Der Verein "START UP" wurde Anfang 2014 von Alexander Mühlhauser und seinem Halbbruder gegründet. Der ursprüngliche Grundgedanke war hilfsbedürftigen Menschen eine Unterstützung, in Form von Beratungen und Gesprächen, zu bieten um leichter in ein neues Leben zu starten. Daher der Name "START UP". Alexander war zwar kein Sozialarbeiter doch hat er schon von klein auf immer wieder harte Zeiten durchlebt und erfolgreich bewältigt. 

Durch einen ausgeklügelten Socialmediaauftritt wurde der Verein schnell bekannt und Privatpersonen begannen ihre gebrauchten Gegenstände  anzubieten um sie weiter zu verteilen.

Mit der Zeit wurde Alexander über Facebook auf die Wiener Dumpsterszene aufmerksam. 

(Dumpstern = Lebensmittel aus dem Müllcontainer eines Supermarktes entnehmen) 

Er ging daraufhin ein paar mal, mit alten Hasen dieser Szene, mit auf deren nächtlichen Raubzug und war schockiert welche enormen Mengen an genusstauglichen Lebensmitteln von den Supermärkten entsorgt werden.

Doch war klar, dass Lebensmittel aus dem Müllcontainer zu nehmen keinesfalls der richtige Weg ist. Darauf hin begann er Firmen zu suchen bei denen er die Lebensmittel abholen konnte bevor sie im Müllcontainer landen.

Der erste Kooperationspartner war ein kleiner türkischer Backshop bei dem täglich nach Ladenschluss das übrig gebliebene Brot und Gebäck mit Hilfe eines Fahrradanhängers abgeholt und anschließend im privaten Souterrainlager verteilt wurde. 

Im Laufe der Zeit kamen mehrere Kleinbetriebe dazu und der Andrang auf diese neuartige Lebensmittelverteilung explodierte regelrecht. Daher war es schon nach kurzer Zeit notwendig einen Kleintransporter anzuschaffen und die Lebensmittel vorübergehend im privaten Gartenhäuschen eines ehemaligen Mitglieds zu verteilen bis ein eigenes Vereinslokal gefunden wird.

Ende 2014 konnte SPAR Österreich als erster großer Kooperationspartner gewonnen werden. Die Menge und Auswahl an Lebensmitteln stieg genauso wie die Besucher der Lebensmittelausgabe. 

Anfang 2015 übersiedelte der Verein in ein Gemeinschaftslokal in der Marxergasse. Aufgrund diverser Vorfälle mit den täglichen, unzähligen Besuchern wurde aber der Mietvertrag kurzfristig gekündigt. 


Der Verein stand vor dem Ende.

 

Zum Glück konnte, Dank eines großen medialen Aufrufs Mitte 2015, das erste eigene, kleine Vereinslokal in der Hernalser Hauptstraße 116 bezogen werden. Welches bereits nach kurzer Zeit auf 250 m² erweitert wurde. 

Um ein Alleinstellungsmerkmal zu etablieren bekam es den Namen FOODPOINT Hernals.

Das 2020 weitgehend geläufige "5€ Tagesmitgliedschaft für einen Korb"- Prinzip wurde von Alexander Mühlhauser erfunden.

Die ersten Hürden waren überwunden und es ging von nun an steil nach oben.


Hier ein paar Eckdaten von 2015

     - gerettete Lebensmittel weit über 500.000 kg

     - Die Mitgliederzahl stieg auf rund 6.000

     - Der Fuhrpark wurde auf 4 Transporter erweitert

     - Die Firma HOFER konnte als zweiter großer Kooperationspartner gewonnen werden


2016 wurde versucht in Wiener Neustadt einen weiteren FOODPOINT zu eröffnen. Leider wurde der Verein von ortsansässigen Vereinen sabotiert, worauf er sich kurzerhand wieder zurückgezogen hat.

Aufgrund dieser einschneidenden Erfahrung machte es sich Alexander Mühlhauser fortan zur Aufgabe gleichgesinnte Organisationen zu vernetzen und gründete gemeinsam mit seiner damaligen Lebenspartnerin den Verband "Lebensmittelrettung Österreich".       

      - Im Sozialbereich darf es keine Konkurrenz geben! 

      - Allein sind wir stark, gemeinsam unschlagbar!

Im Laufe des Jahres konnte der Verein einige Kooperationen mit anderen sozialen Organisationen, fast allen österreichischen Supermarktketten sowie vielen Großhändlern und Lebensmittelproduzenten aufbauen.

Ebenfalls 2016 wurde der Verein von der Stadt Wien mit dem Viktualia Award in der Kategorie: soziale Initiativen und Projekte ausgezeichnet und ist seither offizieller Partner von den Initiativen:    

           Lebensmittel sind kostbar! & Best of Austria


Da der Verein 2017, mit über 20.000 Mitgliedern und einem 8 Fahrzeuge starken Fuhrpark mit dessen Hilfe über 2.000.000 Kg Lebensmittel gerettet wurden, enorm angewachsen war standen die Probleme mit den Nachbarn in Hernals an der Tagesordnung. Um die Wogen zu glätten wurde der künftige FOODPOINT Floridsdorf in der Pragerstraße 142 angemietet. Dieser bot neben einem weiteren Sozialmarkt die Möglichkeit die Unmengen an Lebensmittel auszusortieren ohne Nachbarn zu stören. 

Weiters kam Alexander Mühlhauser die Idee mit einem umgebauten Transporter die Lebensmittel direkt in abgelegene Gemeindebauten zu bringen. Der Gedanke ist entstanden da er allein in seiner Stiege drei ältere Nachbarinnen hat die es krankheitsbedingt nicht einmal zum nächsten Supermarkt schaffen. 

Das Auto wurde angeschafft und aufwendig umgebaut. Die geplante mobile FOODPOINT Sozialmarkt ging viral durch alle österreichischen Medien sowie sozialen Medien und fand enormen Anklang unter der Wiener Bevölkerung.

Leider wurde die Idee auch nach langem "Kampf" von der Stadt Wien bzw. der zuständigen Magistratsabteilung nicht bewilligt. 

Nach dem das Projekt 2018 schließlich ad acta gelegt wurde, hat Alexander Mühlhauser kurzerhand Wiens ersten Online-Sozialmarkt gegründet und liefert seither körperlich eingeschränkten Mitgliedern ihre Lebensmittelpakete direkt nach Hause.

Weiters wurde der FOODPOINT Meidling in der Andersengasse 4 1120 Wien eröffnet und das Projekt Kreativwerkstatt gestartet.

2018 wurde dem Verein der Humanitätspreis verliehen


 

2019 wurde der FOODPOINT Leopoldstadt in der Sturgasse 3-5 1020 Wien eröffnet.





2020 wurde der FOODPOINT Auf der Schmelz in der Johnstraße 79 1150 Wien eröffnet und der FOODPOINT Floridsdorf auf 2200 m² erweitert.



Ebenfalls 2020 wurde das "Clubhaus" in der Hernalser Hauptstraße 116 gegründet. Hier werden überschüssige Lebensmittel zu täglichen Menüs verkocht und gegen eine freiwillige Spende angeboten.



Eckdaten Verein START UP (Stand Mitte 2020):

  • 5 FOODPOINT Sozialmärkte
  • 12 Mitarbeiter
  • 250 ehrenamtliche Helfer
  • 18 Fahrzeuge
  • ~ 40.000 Mitglieder aus 65 Nationen
  • ~ 1.000 Besucher pro Tag
  • Kooperation mit allen österreichischen Supermarktketten 
  • tägliche Lebensmittelabholung von 210 Supermarktfilialen, 27 Lebensmittel-Kleinbetrieben und 52 Großhändlern bzw. Lebensmittelproduzenten
  • täglich 15.000 - 25.000 Kg gerettete Lebensmittel (Tagesrekord knapp 80.000 Kg)
  • Diverse Unterstützungs- und Beschäftigungsprojekte für die Vereinsmitglieder (Lastentaxi, Kreativwerkstatt, Clubhaus,....)



 



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